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Pressearchiv

Ergonomischer Näharbeitsplatz schafft Qualifikation für
europäischen Wettbewerb
Zweiter Platz in der nationalen Ausscheidung sichert Teilnahme
am "European Good Practice Award"
Das Ingenieurbüro Schwan (Frankfurt) hat zusammen mit der
MEWA Textil-Service AG & Co. Management OHG (Wiesbaden) die
Umstellung ihrer Nähereien auf ergonomische Näharbeitsplätze
für "European Good Practice Award" gemeldet. Bei
der nationalen Bewertung konnten sich die ergonomischen Näharbeitsplätze
den zweiten Platz und somit die Teilnahme an der europäischen
Endausscheidung sichern.
Die Lederindustrie-Berufsgenossenschaft hatte zusammen mit der
Textil- und Bekleidungs-berufsgenossenschaft, dem Ingenieurbüro
Schwan und der Fachhochschule München sowie dem Berufgenossenschaftlichen
Institut für Arbeitsschutz ein Forschungsprojekt initiiert,
dessen Ziel die Entwicklung einer praxisnahen Handlungsanleitung
zur ergonomischen Gestaltung von Näharbeitsplätzen (BGI
804-2) sowie eines ergonomischen Muster-Näharbeitsplatzes war.
Durchgeführt wurde dieses Projekt in acht Unternehmen der Nähindustrie
der Bereiche Schuhwaren, technische Textilien, Bekleidung und Spielwaren.
Die Hauptgruppe der in der industriellen Nähindustrie vorzufindenden
Erkrankungen bilden Erkrankungen der Wirbelsäule und des Schulter-Arm-Systems.
Diese im Vergleich mit anderen Berufsgruppen stark erhöhte
Häufigkeit von Erkrankungen und Beschwerden des Muskel- und
Skelett-Systems ist u. a. auf die außergewöhnliche Belastungssituation
am Näharbeitsplatz zurückzuführen. Die Gestaltung
von Näharbeitsplätzen erfolgte in der Vergangenheit nicht
nach ergonomischen Gesichtspunkten. So entsprechen die Höhenmasse
vieler Nähtische noch heute denen fußgetriebener Maschinen,
wie sie Ende des 19. Jahrhunderts aufkamen. Die Verstellmöglichkeiten
der Arbeitsplatte und des Fußpedals sind typischerweise ebenso
eingeschränkt wie der Knieraum, in den oft Maschinenteile hineinragen.
Der ergonomische Näharbeitsplatz räumt mit den antiquierten
Vorstellungen gründlich auf. Es herrschen
ausreichend Arm- und Beinfreiheit, die Arbeitsfläche ist höhenverstellbar
und lässt sich individuell auf die
Bedürfnisse der Näher und Näherinnen anpassen.
Begleitend zur "Europäischen Woche für Sicherheit
und Gesundheitsschutz bei der Arbeit" führt die Europäische
Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitplatz
mit Sitz in Bilbao, Spanien, jährlich den Europäischen
Wettbewerb guter praktischer Lösungen - European Good Practice
Award - durch. Es sollen Unternehmen und Organisationen gewürdigt
werden, die herausragende und innovative Beiträge zur Verbesserung
von Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit leisten. In diesem
Jahr befasst sich die Europäische Woche mit dem Thema: "Muskel-
und Skeletterkrankungen".
Um in die europäische Runde des Wettbewerbs zu gelangen, muss
zuvor eine nationale Ausscheidung durchlaufen werden. Die ersten
beiden Sieger der nationalen Ausscheidung, werden nach Bilbao gemeldet.

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