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„Aktion sicheres Handwerk“ auf der DOMOTEX 2010

Auf der Domotex 2010, der internationalen Fachmesse für Bodenleger in Hannover, wurde in diesem Jahr wieder die „Aktion Sicheres Handwerk“ präsentiert. Sie ist eine Gemeinschaftsinitiative der Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie (BG RCI), des Zentralverbandes Raum und Ausstattung (ZVR) und der Deutschen Messe AG.

Themenvielfalt

Zentrales Thema der Veranstaltung war in diesem Jahr das Heben und Tragen schwerer Lasten. Auch der sichere Transport sowie Ergonomie am Arbeitsplatz standen auf der Agenda. Am Stand der BG RCI konnten sich die Besucher ebenfalls über die Kampagne „Risiko raus!" informieren.
Nachdem der präventive Knieschutz, der auf der Domotex 2009 im Mittelpunkt stand, eine sehr große Resonanz bei Bodenleger/Raumausstatter hervorgerufen hatte, wurde dieses Thema auch in diesem Jahr erneut beleuchtet.

Spielerische Darstellung der Alltagsprobleme

Die „Aktion Sicheres Handwerk“ vermittelte den Besuchern der Domtex , wie alltägliche Probleme im Arbeitsleben frühzeitig erkannt und gelöst werden können. Das Comedy-Duo Volk&Knecht zeigte mit gesanglichen und wortgewandten Showeinlagen worauf zu achten ist. Wichtig dabei, dass der Muskel- und Skelettapparat mit Hilfe von Ausgleichsübungen entlastet wird. Von der BG RCI wurde das Merkblatt .,Arbeiten im Knien und Hocken“ zusammengestellt und verteilt. Darin werden auch spezielle Ausgleichübungen präsentiert.

lockerungsübung

Oft sind es nicht die spektakulären Unfälle und Verletzungen, die die Arbeitskraft und das Wohlbefinden nachhaltig beeinträchtigen. Auch falsche Körperhaltungen oder Bewegungsabläufe können langfristig zu Schmerzen und Ausfallerscheinungen führen.

Dass man das Thema Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz auch mit einem Augenzwinkern vorstellen kann, zeigte Richard A. Kille (IFR Köln, Obmann Bodenbelag im ZVR). Auf der Aktionsfläche demonstrierte er, wie schwere Säcke oder Linoleumrollen leicht zu transportieren sind.

Arbeiten im Stehen

Viele typische Tätigkeiten beim Verlegen von Fußböden können auch im Stehen ausgeführt werden. Mitarbeiter der Firma Forbo Flooring GmbH demonstrierten, dass beispielsweise das Anreißen und Schneiden von Linoleum im Stehen durchführbar ist. Neue Werkzeuge (z.B. ein neuentwickeltes Abstoßmesser) kamen dabei zur Anwendung. Einerseits wird die Unfall- und Verletzungsgefahr mit diesen neuen Werkzeugen deutlich verringert und der Muskel- und Skelettapparat weniger belastet. Andererseits wird die Arbeit durch diese neuen Hilfsmittel und Werkzeuge in der Ausführung effektiver.

Noch heute werden die meisten Arbeitsschritte beim Bodenlegen – von der Untergrundvorbereitung bis zum Nahtschnitt - in kniender Position ausgeführt. Auf den ersten Blick könnte man meinen, dass es keine Alternative zu dieser „Zwangshaltung“ gibt, aber weil gefehlt.

Während vor einigen Jahren alte Bodenbeläge mühsam von Hand - und im Knien – vom Estrich abgestoßen wurden. Werden diese heute fast ausnahmslos mit Strippern – aufrecht stehend und kraft sparend - vom Boden geschält. Mit Aufkommen der Dispersionsklebstoffe und der selbstverlaufenden Spachtelmassen ist das „Rakeln“‘ mit Spachtelkellen an langen Holzstielen gängige Praxis. Nur für das eigentliche “Bodenlegen“ gab es bisher keine wirklich ergonomische Lösung.

Forbo Flooring hat sich dieser Thematik angenommen und eine sogenannte „Ergonomic Installation“ entwickelt. Basierend auf neuen Werkzeugen der Firma iTools stellte Forbo eine ergonomische Verlegetechnik für Bodenbeläge vor. Mit diesen Werkzeugen lassen sich alle Arbeiten bis auf das Fräsen in aufrechter Haltung ausführen.

kleben im Stehen
linoleumrolleleichttransportiert
Arbeiten im Stehen

Logo Risiko Raus

Auf der Domotex 2010 hatte die Branche Lederindustrie Gelegenheit als erste der sechs BG RCI Branchen die Kampagne „Risiko raus“ zu präsentieren. Die BG RCI Kampagne „Risiko raus“ hat sich zum Ziel gesetzt, die große, übergreifende Kampagne der gesetzlichen Unfallversicherung für die Mitgliedsunternehmen der BG Rohstoffe und chemischen Industrie, branchenorientiert und praxisnah zu konkretisieren.Die Themen dabei sind:

- Ladungssicherung
- sehen und gesehen werden
- der sichere Sitz auf dem Stapler und im Fahrzeug
- angepasste Geschwindigkeit

Auf der Domotex 2010 konnte wurde anhand eines Modells - Gabelstapler mit einem Kippsimulator - praxisnah dargestellt, wie Fliehkräfte auf einen Gabelstapler wirken und ihn zum Kippen bringen können. So konnte das Fahrverhalten ohne Last und mit Last (abgesenkt oder angehoben), beim Durchfahren verschieden enger Kurven und mit unterschiedlichen Kurvengeschwindigkeiten anschaulich simuliert und erklärt werden. Fährt der Staplerfahrer zu schnell, zu enge Kurven, mit falsch positionierter Last, - kippt der Stapler um. Am PC wurden die unterschiedlichen Parameter wie Gewichtskraft, Fliehkraft und Kurvengeschwindigkeit visualisiert.

Die BG RCI stellt dieses Modell und weitere hilfsreiche Exponate (Gurtschlitten, Max Tower, Sprungwaage, Sehtest, Fahr-Simulator usw.) für betriebliche Aktionen innerhalb der Kampagne „Risiko raus“ in den Mitgliedsbetrieben gerne zur Verfügung.

Wir unterstützen Sie gerne mit fachlicher Beratung.
Informationen zu der Kampagne „Risiko raus“ können bei der Berufsgenossenschaft unter folgender Adresse bestellt werden:
BG RCI Branchenprävention Lederindustrie,
Postfach 310180, 55062 Mainz
E-Mail: praevention-leder-mz@bgrci.de