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Vier unter einem Dach
Berufsgenossenschaftliches Dienstleistungszentrum Mainz-Lerchenberg
gegründet
Die Fleischerei-BG sowie die Verwaltungsgemeinschaft der Lederindustrie-BG,
der Papiermacher-BG und der Zucker-BG haben einen Kooperationsvertrag
unterzeichnet und das "Berufsgenossenschaftliche Dienstleistungszentrum
Mainz-Lerchenberg" gegründet.
Die Unterzeichnung fand im Rahmen eines Betriebsfestes statt. Viele
Gäste waren der Einladung auf den Lerchenberg gefolgt und auch
die Belegschaft der beiden Verwaltungen nahm regen Anteil am feierlichen
Akt.
Unter großer Beachtung der Medien skizzierten die beiden Vorstandsvorsitzenden
Eugen Nagel (Fleischerei-BG) und Günter Hassert (Lederindustrie-BG)
die Entscheidungsgrundlagen, die zur Gründung des Berufsgenossenschaftlichen
Dienstleistungszentrums Mainz-Lerchenberg führten. "35.000
Unternehmen in ganz Deutschland mit mehr als einer halben Million
Versicherten werden von dieser Kooperation profitieren. Transparente
Verwaltungsabläufe, schnelle Bearbeitungszeiten und effizienter
Einsatz der finanziellen Mittel sollen von den rund 450 Mitarbeitern
garantiert werden", so die klare Position der Selbstverwaltung.
Der rheinland-pfälzische Staatssekretär Dr. Richard Auernheimer
(Ministerium für Arbeit, Soziales, Familie und Gesundheit)
beglückwünschte die vier BGen: "Für uns ist
wichtig, dass wir auch kleine Berufsgenossenschaften stärken
wollen. Wir haben keine Zukunftsidee, das sich alles in Richtung
von vielleicht 10 BGen oder von weniger als 10 entwickeln, dass
sie alle größer werden müssten. Es ist aber doch
sehr wichtig, diese branchenbezogene Lösung beizubehalten",
so Dr. Auernheimer, der es in seinem Grußwort an die Anwesenden
rigoros ablehnte, die Aufgaben der Berufsgenossenschaften auf die
staatliche Gewerbeaufsicht zu verlagern.
Vom Bundesversicherungsamt war Ministerialrat Dr. Peter Dach angereist,
der sich deutlich gegen eine Privatisierung der gesetzlichen Unfallversicherung
aussprach. Für das BVA ist aber auch eine Fusion verschiedener
BGen nicht immer ein Allheilmittel. Schiere Größe allein
sei kein Maßstab für zielgerichtetes Arbeiten eines Unfallversicherungsträgers,
es käme letztendlich auf das Preis-Leistungs-Verhältnis
an. Der Weg den nun die Vier BGen in Mainz eingeschlagen hätten,
würde mit Sympathie in Bonn beobachtet.
Auch Dr. Walter Eichendorf vom Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften
lobte das Engagement der vier BGen auf dem Lerchenberg: "Dass
Sie einen neuen Weg gehen, passt zu dem, was diese vier Berufsgenossenschaften
bisher getan haben, denn in der Tat sind es gerade diese vier, ich
darf es sagen, kleinen BGen, die in den letzten Jahren oft durch
ungewöhnliche, durch innovative, neue Wege aufgefallen, die
gerade auch von den großen BGen für diese Wege bewundert
worden sind".
Schließlich freute sich die Stadt Mainz über die Entscheidung,
das Dienstleistungszentrum in Mainz zu gründen und die bestehenden
450 Arbeitsplätze zu sichern.
Das neu geschaffene Berufsgenossenschaftliche Dienstleistungszentrum
Mainz-Lerchenberg findet also Beachtung bei Politik und Verbänden.
"Durch gemeinsames Handeln Verwaltung weiterentwickeln, Bürokratie
abbauen und dabei nicht auf die Stärken der Partner verzichten.
So stellen wir den Mitgliedsunternehmen und den Versicherten einen
starken und verlässlichen Partner für Sicherheit und Gesundheit
am Arbeitsplatz zur Seite", das ist das Fazit der vier BGen
für den Beginn einer neuen Ära berufsgenossenschaftlichen
Handelns.
Geschafft! Die Kooperationsvereinbarung ist von den Vorstandvorsitzenden
und den Hauptgeschäftsführern der vier BGen unterzeichnet.
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